Schreibblog
7. Juli 2026

Zeitfenster

Es gibt sensible Entwicklungsphasen bei Kindern, auch Zeitfenster genannt, in denen sie für bestimmte Erfahrungen besonders empfänglich sind, sich für Zahlen, Farben, Wörter oder Technik interessieren.

Ich glaube, dass die Zeitfenster nie wirklich enden. Sie begleiten uns ein Leben lang. Manche von uns nehmen sie bewusst wahr, weil sie grad an einer Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt stehen, etwas neu lernen oder Altes intensivieren wollen. Andere durchgleiten Zeitfenster fast unmerklich, wie ein laues Lüftchen in einer klaren Sommernacht.

Für mich schließt sich ein Zeitfenster.

Am liebsten würde ich es offen lassen. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass ich die Energie (noch) nicht halten kann. Es wird Zeit für mich, einen Schritt zurückzugehen, in mir Luft zu holen.

Im Gepäck habe ich meine neuen Erfahrungen, welche darauf warten, ihren Platz zu finden, verwoben mit den schon vorhandenen zu einem neuen, fein gewebten Teppich.

Jetzt, wo sich das Fenster für mich geschlossen hat, ist es an der Zeit, mir Platz und Raum zu geben, neben den Werken, welche für alle bestimmt sind, ein zweites Buch nur für mich zu schreiben.  Mit einem Unterschied zum ersten – ich schreibe mich nicht aus Not frei, sondern weil ich weiß, dass dies mein Weg ist.

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