Nicht nur zur Weihnachtszeit gewinnen die Engel an Bedeutung. Heute glauben wieder mehr Menschen an Schutzengel. Einer der Gründe für Pfarrerin Britta Hannemann, das diesjährige Krippenspiel der evangelischen Lukasgemeinde Schutterwald aus Sicht der Engel zu schreiben. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht, wie viele Kinder mitspielen wollen.
Zum ersten Probentag kamen 17 Kinder, hibbelig warteten sie auf die Geschichte. Welche Rolle sie wohl bekommen werden? Für den Engel Gabriel wurden zwei Jungen
eingeteilt, beide mussten viel Text lernen. Sebastian kannte seinen schon bei der zweiten Probe.
Erst waren Carla und Sarah Celine ein wenig enttäuscht, dass sie keine Hauptrolle spielen. Aber beide sollten mit ihrer Querflöte, wie im letzten Jahr, das Krippenspiel musikalisch umrahmen. Für ihren Auftritt wurden sie von Piroska Gohlke-Sauer professionell vorbereitet.
Während Elisa Oßwald und Lara Kelsch die Dekorationen fertig stellten, probten die Kinder die vier Szenen. Immer wieder der gleiche Ablauf: welche Kinder gehören für die Szene auf die Bühne? Wo stehen sie? Dann geht es los mit der Probe. Oder doch nicht? Obwohl noch keine Zuschauer anwesend waren, standen die Nachwuchsschauspieler schüchtern an der Wand. Doch Britta Hannemann ermunterte, die Kinder die Bühne auszunutzen, ihren Text mit Gesten zu untermalen. Oft zeigte sie, was sie meinte. So sollte Josef, von Alexej gespielt, aufstampfen, als er verzweifelt ist. Einige verdrehten die Augen, als es wieder hieß „Sag noch einmal den Text. Laut, langsam und deutlich!“. Auch wenn das Mikrofon während der Aufführung ausfallen sollte, sollen die
Zuschauer die Kinder hören können. Dabei hielt sich die engagierte Pfarrerin nur an ihr Versprechen vom letzten Jahr, alle mit den drei Worten „laut, langsam und deutlich“ zu nerven. Erinnerungen an die Proben im letzten Jahr wurden wach. Sarah musste mit ihrer leisen Stimme, besonders laut reden und Alexej war einfach zu schnell. Mit jeder Szenenprobe wurden die Kinder sicherer. Sogar die Jüngsten im Engelchor hatten ihren eigenen Text.
Nach einer Weile wurden die Kinder unruhig. „Gibt es wieder Kekse?“, fragte Markus. Pfarrerin Hannemann lachte und nickte. Danach hatte sie noch ein Problem zu lösen. Was ziehen die Hirtenengel im Himmel an? Kurze Zeit später einigten sie sich auf etwas weißes, natürlich ohne Flügel!
Die beiden Mitglieder des Familiengottesdienst-Teams Ilka Lehmann und Jana Reiß halfen nicht nur bei vergessenen Texten weiter, rückten Kostüme wieder zurecht, sondern verteilten auch Getränke und Kekse. Auch während der Pause standen zwei Kinder mit vollen Mündern auf der Bühne und übten die letzte Szene noch einmal.
Wer jetzt wissen möchte, ob alles am Heiligabend klappte, kann hier weiterlesen.
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